Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Die Approbationsausbildungen in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie an der PHB zeichnet sich durch ihren verfahrensübergreifenden Charakter aus. Angehende systemische, verhaltenstherapeutische und psychodynamische Therapeut*innen lernen in einer Vielzahl gemeinsamer Veranstaltungen mit- und voneinander. Darüber hinaus ist die Ausbildung in besonderem Maß wissenschaftlich fundiert und wie ein Studium strukturiert. Es besteht die Möglichkeit, die Ausbildung mit einem zusätzlichen Master zu kombinieren (M.Sc. Psychodynamische Psychotherapie).

Das Ausbildungsangebot steht auch zukünftig noch AbsolventInnen der Psychologie mit einem Diplom- oder Masterabschluss offen, die ihr Psychologiestudium vor dem 1. September 2020 begonnen haben. Die Ausbildung qualifiziert für die Approbationsprüfung und Erlangung der Fachkunde nach bisherigem Rechtssystem und kann vor dem Hintergrund der Psychotherapeutengesetzreform regulär noch begonnen und bis 2032 sowie in Härtefällen bis 2035 beendet werden. Informationen und persönliche Beratung erhalten Interessierte beim Team der Studienberatung unter studienberatung@phb.de.

  • Ausbildungsdauer: 7 Semester

  • Ausbildungsbeginn: Wintersemester (1. Oktober eines Jahres)

  • Voraussetzungen: Diplom- oder Masterabschluss in Psychologie

  • Studierendenzahl: max. 20 Ausbildungsteilnehmende pro Jahrgang

  • Abschluss: Approbation zu*r Psychologischen Psychotherapeut*in (Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) sowie optional Master of Science (M.Sc.) in Psychodynamischer Psychotherapie

  • Kosten gesamt: 44.134€ (Stand: 1.1.2025)

  • Einnahmen gesamt: 46.000€ bis 61.000€ (Stand: 1.1.2025)

Ausbildungsleitung

Prof. Dr. Antje Gumz

Professur für Psychosomatik und Psychotherapie – Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Portrait Prof. Dr. Susanne Hörz-Sagstetter

Prof. Dr. Susanne Hörz-Sagstetter

Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie – Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Warum Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?

Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) ist neben der Psychoanalyse, der Verhaltenstherapie und der Systemischen Therapie eines der vier Richtlinienverfahren, die in Deutschland zur Abrechnung mit den Krankenkassen anerkannt sind. Die Wirksamkeit psychodynamischer Verfahren ist empirisch für die meisten Störungsbilder durch eine Vielzahl von Studien belegt. Die Bedeutung der TP für das Gesundheitssystem ist groß: Etwa die Hälfte aller ambulant durchgeführten Psychotherapien finden in den psychodynamischen Verfahren (TP und Psychoanalyse) statt – davon wiederum mehr als 80 Prozent in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie.

Im Unterschied zur Verhaltenstherapie zielen psychodynamische Verfahren weniger darauf ab, das Verhalten der Patienten direkt zu beeinflussen. Es geht vielmehr um eine emotionale Neuerfahrung in der therapeutischen Beziehung, in der aktuell konflikthafte Beziehungsthemen und schwierige Beziehungserfahrungen aus der biographischen Vergangenheit gemeinsam verstanden und durchgearbeitet werden. Diese Beziehungsthemen werden in Zusammenhang mit der Symptomatik gebracht und hierüber wird eine Verbesserung der Symptome erreicht. Bei Patienten mit strukturellen Beeinträchtigungen (Störungen in Persönlichkeits-Funktionen wie Identität, Selbststeuerung, Empathie, Nähe) arbeitet die psychodynamische Therapie zusätzlich mit speziellen Interventionen. Einen inhaltlichen Einblick in die moderne psychodynamische Therapie, wie sie an der PHB gelehrt wird, bieten Gumz & Hörz-Sagstetter (2018)[1].

Nicht nur für PatientInnen, sondern auch für psychodynamische TherapeutInnen ist das Verständnis für eigene konflikthafte Beziehungsthemen und unbewusste seelische Vorgänge wichtig. Es ist einerseits therapeutisches Arbeitsmittel und andererseits unverzichtbar für die Entwicklung einer Therapeutenpersönlichkeit. Die TP-Ausbildung an der PHB enthält daher mit 200 Stunden einen großen Selbsterfahrungsanteil. Davon finden 140 Stunden in Form von Einzelselbsterfahrung bzw. als Lehrtherapie statt. In diesem hohen Anteil von Lehrtherapiestunden liegt im Wesentlichen auch der Kostenunterschied zwischen einer verhaltenstherapeutischen und einer psychodynamischen Ausbildung begründet.

Ablauf

Die Approbationsausbildung an der PHB startet jeweils zum Wintersemester. Es werden bis zu 20 Teilnehmende aufgenommen. Nach Vertragsabschluss kann die Praktische Tätigkeit auf Wunsch auch vorzeitig begonnen werden. Die Theorieseminare finden vorwiegend in Blockphasen an den Wochenenden (inklusive Freitag) statt – dabei fallen insgesamt 10-15 Wochenenden und 1-2 Blockwochen (u.a. „PHB-Summerschool“) pro Studienjahr an. Studium und Ausbildung gliedern sich in ca. 700 Theoriestunden (davon 630 auf die Therapieausbildung anrechenbar), 1.800 Stunden Praktische Tätigkeit und ca. 1.000 Stunden Praktische Ausbildung (Behandlungen, Supervision, Selbsterfahrung) sowie auf Wunsch das Masterprojekt.

Theorie: Ergänzende Psychotherapieverfahren und besondere Aspekte der Behandlung
Die theoretischen Inhalte der Ausbildung stellen eine zusätzliche Akzentuierung zu den Studieninhalten dar.

Praxisausbildung

  • PT I: 1200 Stunden Klinisch-Psychiatrisches Praktikum
  • PT II: 600 Stunden Praktische Tätigkeit in einer Einrichtung der psychosomatischen oder psychotherapeutischen Versorgung. Absolvierung der PT II in der hauseigenen Psychotherapeutischen Ambulanz ist möglich.
  • Psychotherapeutische Behandlungen (600-800 Stunden) in der hauseigenen Psychotherapeutischen Ambulanz.

Praktische Tätigkeit
Während der Studienzeit sind insgesamt 1.800 Stunden praktische Tätigkeit (PT I und PT II) zu absolvieren. Diese praktische Tätigkeit teilt sich auf in 1.200 Stunden in einer klinisch-psychiatrischen Einrich­tung und 600 Stunden in einer Einrichtung der psychosomatischen oder psychotherapeuti­schen Versorgung. Sie findet in kooperierenden Kliniken oder Praxis­einrichtungen statt. Die Psychologische Hochschule Berlin hat dazu ein Netz von Kooperationspartnern in Berlin und Brandenburg wie auch in anderen Regionen Deutschlands. Die PHB empfiehlt diese 1.800 Stunden in der ersten Hälfte der Ausbildung durchzuführen.

Praktische Ausbildung
Zur Ausbildung gehören 600-800 Behandlungsstunden, die die Studierenden unter Supervision durchführen. Die psychotherapeutischen Behandlungen finden in der Ambulanz der PHB am Köllnischen Park statt. Dort stehen im Augenblick 34 Behandlungsräume und ca. 1.600 Behandlungsplätze zur Verfügung. Die Ambulanz wird gemeinsam mit der Berliner Akademie für Psychotherapie (BAP) genutzt und ist eine der größten psychotherapeutischen Einrichtungen Deutschlands. Die Behandlungen finden unter Supervision statt (eine Supervisionsstunde pro vier Therapiesitzungen). Die von den Krankenkassen gezahlten Honorare werden nach Abzug einer Betriebs- und Verwaltungskostenpauschale voll an die Ausbildungsteilnehmer weitergegeben.

Supervision (160 Stunden)
Die Supervision dient zunächst der Kontrolle der Diagnosestellung, der Formulierung der therapeutischen Ziele und Arbeitsschwerpunkte. Unter prozessbegleitender Modifikation dieser Elemente sollen Studierende die falladäquaten Interventionen unter Berücksichtigung der Übertragungs-Gegenübertragungs-Dynamik anwenden lernen.

Selbsterfahrung/Lehrtherapie (200 Stunden)
Ziel der Lehrtherapie ist die Vertiefung der Selbsterkenntnis und die Klärung eigener Persönlichkeits- und Beziehungsprobleme. Sie ermöglicht Studierenden die Auseinandersetzung mit persönlichen Erlebens- und Verhaltensweisen, die für die psychotherapeutische Arbeit förderlich oder hinderlich sein können. Im Hinblick auf eine spätere Praxis soll diese zu einer kontinuierlichen Selbstanalyse befähigen. In Abgrenzung zur Supervision, in der es vorrangig um die falladäquate Anwendung therapeutischer Interventionen geht, konzentriert die Lehrtherapie ihre Aufmerksamkeit auf bewusste und unbewusste Konflikte des Studierenden. Traditionell hat die Einzelselbsterfahrung oder Lehrtherapie im Rahmen der tiefenpsychologischen Ausbildung einen hohen Stellenwert. Daher sind statt der vom Gesetz vorgeschriebenen 120 Stunden Selbsterfahrung an der PHB 200 Stunden vorgesehen, von denen 140 im Einzelsetting stattfinden.

Die Theorieveranstaltungen finden fast ausschließlich an den Wochenenden inklusive Freitag statt (durchschnittlich 14-16 Wochenenden im Jahr). Zusätzlich gibt es eine Summer School – eine einwöchige Blockveranstaltung, bei der neben vielfältigen Therapie-Seminaren auch Forschungsfragen schwerpunkt- und jahrgangsübergreifend bearbeitet werden.

  • Modul 1 – Theoretische Grundlagen der TP
  • Modul 2 – Verfahrensübergreifende Grundlagen
  • Modul 3 – Tiefenpsychologisch-spezifische Fertigkeiten
  • Modul 4 – Ausbildung in spezifischen Störungen I
  • Modul 5 – Ausbildung in spezifischen Störungen II
  • Modul 6 – Verfahrensspezifische Ausbildung: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • Modul 7 – Verfahrensübergreifende Kompetenzen
  • Modul 8 – Forschungsmethoden in der Psychotherapie (verfahrensübergreifend)
  • Modul 9 – Praktische Tätigkeit
  • Modul 10 – Forschungsprojekt

Kosten und Einnahmen

Ausbildungskosten
7 Semester monatlich 547 €22.974 €
Bewerbungsgespräch120 €
Einschreibegebühr140 €
140 Stunden Einzelselbsterfahrung15.400 €
50 Stunden Einzelsupervision5.500 €
Kosten gesamt44.134 €
Einnahmen
Einnahmen für Mindestzahl von 600 Behandlungsstunden+ 46.000 €
Einnahmen für maximale Zahl von 800 Behandlungsstunden+ 61.000 €
Überschuss
Gültig ab 1.1.2025
bis zu 16.866 €

Bewerbung

Die Approbationsausbildungen an der PHB starten jeweils zum 1. Oktober eines jeden Jahres. 
Bewerbungen sind jederzeit möglich und werden für den kommenden Jahrgang bis zum 1. Oktober – vorbehaltlich freier Plätze – entgegengenommen.

Zulassungsvoraussetzung ist ein Diplom- oder Masterabschluss in Psychologie. Ein vorläufiges Transcript of Records ist für die Bewerbung ausreichend. Wenn Sie im Ausland studiert haben, muss die Psychologische Hochschule Berlin ihren Abschluss bei der zuständigen Landesbehörde auf Äquivalenz prüfen lassen. Bitte bewerben Sie sich zunächst an der PHB. Danach veranlasst die PHB alles Notwendige.

  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Lichtbild
  • Ihr Diplomzeugnis bzw. Ihr Master- und Bachelorabschlusszeugnis in Psychologie inklusive Leistungsübersicht (beglaubigte Kopie). Damit wird Ihr abgeschlossenes Studium in Psychologie, welches das Fach Klinische Psychologie einschließt, nachgewiesen.
  • Studienbescheinigungen über die Dauer des vorherigen Studiums (Bachelor / Master). Damit wird nachgewiesen, dass Sie Ihr Psychologiestudium vor dem 1. September 2020 begonnen haben. Dies ist eine Voraussetzung für den Beginn einer Approbationsausbildung nach dem bisherigen System.
  • Ihre Entscheidung für die Approbationsausbildung sollte auf einer gut reflektierten Basis erfolgen. Begründen Sie deshalb bitte ausführlich, warum Sie an der PHB Berlin studieren möchten, warum Sie Psychologische*r Psychotherapeut*in werden möchten und warum Sie sich für das gewählte Vertiefungsverfahren entschieden haben! Fügen Sie bitte eine schriftliche Erklärung bei, dass aus Ihrer Sicht die Voraussetzungen zum erfolgreichen Abschluss des Studiums gegeben sind und dass Sie insbesondere die finanzielle und zeitliche Belastung während des Studiums bewältigen können. (Die zeitliche Belastung beträgt exklusive Literaturstudium im Durchschnitt ca. 32 Wochenstunden)
  • Bitte legen Sie Ihrer Bewerbung eine formlose, schriftliche Erklärung darüber bei, dass Sie sich im Falle des Abschlusses eines Vertrages an der PHB mit der Zahlung der monatlichen Studiengebühren einverstanden erklären.
  • Ausländische BewerberInnen können sich sehr gern für eine Approbationsausbildung bewerben. Da die Ausbildungssprache an der PHB Deutsch ist, benötigen wir für eine Zusage einen Nachweis von deutschen Sprachkenntnissen auf mindestens C1-Niveau.

Hinweise zu Ihrer Bewerbung

Wenn Sie eine Zusage für einen Ausbildungsplatz erhalten, senden wir Ihnen zeitnah Ihren Vertrag zu. Von diesem können Sie binnen einer Frist von 14 Tagen nach Vertragsabschluss zurücktreten. Danach ist eine Kündigung semesterweise möglich.

Infoabende

Web-Infoabende an der PHB. Eine junge Frau sitzt an einem Schreibtisch mit ihrem Laptop.

Infoabende

Im Rahmen unserer Web-Infoabende werden die Inhalte und Abläufe der Approbationsausbildung in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie an der PHB vorgestellt. Sie haben außerdem die Möglichkeit, Fragen  zu stellen.

Für inhaltliche Fragen zur Approbationsausbildung können Sie sich gern jederzeit an unser Team der Studienberatung unter studienberatung@phb.de wenden.

Für Fragen zu Ihrer Bewerbung steht Ihnen das Team der Studienorganisation zur Verfügung. Ihre Ansprechpartnerin für die Approbationsausbildung in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie ist:

Olga Gette
o.gette@phb.de
Sprechzeiten: Montag 9-13 Uhr, Dienstag- Freitag 9-14 Uhr
Tel.: 030/ 20 91 66 – 195
Raum 3.10

Das Prüfungsbüro und Seminarplanung betreut:

Nadja Schmidt
n.schmidt@phb.de
Sprechzeiten: Montag 9-13 Uhr, Dienstag- Freitag 9-14 Uhr
Tel.: 030/ 20 91 66 – 206
Raum 3.11

Sie können sich gern jederzeit ein Bild von unserer Universität machen. Sie finden uns im Haus der Psychologie an folgender Adresse:

Psychologische Hochschule Berlin 
Am Köllnischen Park 2
10179 Berlin 

Sehr gern können Sie auch einen Besichtigungstermin bei unserem Team der Studienberatung vereinbaren, das Sie gern durch das Haus führt.

Darüber hinaus laden wir Sie auch herzlich ein, an unseren Infoabenden und öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen, die zum Teil digital und zum Teil in Präsenz stattfinden.

Einblicke in Forschung, Lehre und Studierendenleben bekommen Sie außerdem auf unseren Social-Media-Kanälen auf Facebook, Instagram und Linkedin.

Ja, die PHB ist eine staatlich anerkannte private Universität in gemeinnütziger Trägerschaft. Auch alle Studiengänge und Approbationsausbildungen an der PHB sind staatlich anerkannt und zertifiziert.

Zusätzlich zur Approbationsausbildung kann ein postgradualer Masterabschluss erworben werden (M.Sc. Psychodynamische Psychotherapie). Die Forschungsgruppen der PHB bieten hierfür vielfältige praxisnahe Themen an – das Thema kann aber auch entsprechend der eigenen Interessen und Ziele frei gewählt werden.

Gemeinsame Forschungs- und Masterprojekte mit verhaltenstherapeutischen und systemischen Kolleg*innen tragen dazu bei, veraltete Schulenstreits zu überwinden und die eigene Perspektive zu schärfen und zu erweitern. Die Kombination aus Ausbildung und Studium verfolgt in besonderem Maße auch in ihrer Praxis eine wissenschaftliche Haltung („scientist-practitioner“) und hat den Anspruch, die Wirksamkeit ihrer vielfältigen Methoden fortlaufend empirisch abzusichern.

Für Ausbildungsinteressierte, die keinen zusätzlichen Masterabschluss anstreben, fällt in diesem Modell kein Mehraufwand an – sie profitieren jedoch von einem Ausbildungsmodell, das in besonderer Weise wissenschaftlich fundiert ist – ohne dabei auf die notwendige Praxisorientierung einer Psychotherapieausbildung zu verzichten.